Mein Weg zur Yogalehrerin

"Das Leben und der eigene Körper sind etwas unendlich Wertvolles."

Bild: www.nmuserphotography.com


Endlich wieder da. Es hat nämlich eine ziemlich laaange Pause von mir auf Social Media gegeben - nicht ohne Grund, denn ich wollte mich voll und ganz auf meinen Yogaweg einlassen und mich meiner spirituellen Reise hingeben.


Von Januar bis Mai dieses Jahres habe ich mir nämlich einen lang ersehnten Traum erfüllt: ich habe eine 200h Yogateacher Ausbildung absolviert, um mich ganz bewusst mit Yoga und Ayurveda zu beschäftigen und mich voll und ganz in diesen, von mir so heiß geliebten Bereich, einzulassen.

Es war eine wirklich wunderschöne, intensive und sehr lehrreiche Reise, die ich zusammen mit fünf anderen Yogins erfahren durfte. War ich auf einem Retreat? Für mich ja - aber über 5 Monate zu Hause.

Neben meiner Arbeit habe, in einem wunderschönen Studio in Innsbruck, ich für zwei bis drei Wochenenden im Monat meine Yogamatte ausgebreitet.

Die einzelnen Wochenenden waren in Modulen aufgebaut und es war einfach Yoga, Yoga, Yoga.

Yogis aus allen Teilen im deutschsprachigen Raum kamen, um uns das YOGA näherzubringen.

Yoga ist nämlich keine Sportart, als welche es in Europa häufig gesehen wird. Yoga ist eine Lebensform - das heißt Yoga bedeutet nicht Bewegung in den unterschiedlichen Asanas (Positionen) durchzuführen, Yoga ist ein Leitfaden, eine Richtung für den individuellen Lebensweg eines Menschen.


Traditionell werden vier Wege des Yoga beschrieben, die ganz gut erklären was Yoga eigentlich ist.


Das Karma Yoga - es ist das Yoga des Handelns - jede Handlung im Leben eines Menschen hat eine Wirkung - deshalb ist es im Yoga unerlässlich bewusst und achtsam zu Handeln und zu Leben, sodass kein Lebewesen auf der Erde zu schaden kommt "Ahimsa" = frei von Gewalt - denn - alles was ich mache, das schaden könnte, kommt zu mir zurück.


Das Jnana Yoga - das Yoga der geistigen Entwicklung und Erkenntnis - es ist das Streben nach Erkenntnis/Wissen. Durch Selbstreflexion, Analyse und durch Studium, wird der Geist genutzt, seine eigene Natur zu untersuchen und den eigenen spirituellen Weg zu finden.


Das Bhakti Yoga - es ist das Yoga der Liebe und Hingabe - es geht um das Kultivieren und Lieben der reinen Liebe zu Gott (des göttlichen Selbst). Bhakti Yoga beschreibt das Leben in Liebe zu Gott. Es stellt sich die Frage - wer oder was ist Gott? Tragen wir selbst nicht das Göttliche in uns?


Das Raja Yoga - das Yoga des Geistes - der Geist eines Menschen wird als etwas sehr Machtvolles gesehen - ist ein Geist unbewusst, kann er nämlich viel Schaden anrichten - ist ein Geist bewusst, kann er Vieles lösen - die Asanas, die wir als das europäische Yoga kennen, sind ein Teil des Raja Yogas - ein Werkzeug, um den Geist bewusst werden zu lassen. Auch das Pranayama - die Atemkontrolle, ist ein Teil dieses Yogas - Pranayama hat mich natürlich sehr fasziniert und ich konnte einiges aus dem Yoga bereits im Kreißsaal in der Geburtsbegleitung meiner Frauen anwenden. ;)


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So sah ein Yoga-Tag am Wochenende aus:


Am Morgen haben wir zu Beginn immer meditiert und gingen dann in eine zwei stündige Asana Praxis über (das Yoga, das wir in Europa kennen). Nach einer Teepause folgte ein Vormittag vollgepackt mit Theorie zu unterschiedlichen Themen aus dem Yoga.

Nach einem meistens indischen Mittagessen ging's dann weiter mit einer feinen entspannten Asana Einheit - wie zum Beispiel Yin Yoga oder eine entspannte Meditation. Dann wurde die Theorie weiter vertieft und mit der Praxis verknüpft - bis wir am Abend eine weitere Yogaeinheit hatten, die immer wunderbar entspannend beendet wurde - mit Mantras, Meditationen, Gesang, Musik...

Was ich besonders geliebt habe? Das Zusammensein und gemeinsame Lernen mit den anderen Yoginis. Es gab heiße Diskussionen zu den interessantesten Themen, Gesang von einer der schönsten Stimmen und dieses wunderbare Gefühl des miteinander Wachsens. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Reise mit so tollen Menschen gemeinsam machen durfte.


Am ersten Tag der Ausbildung wurde uns empfohlen eine Art Retreat für uns zu Hause zu machen, was ich natürlich sofort und hochmotiviert umgesetzt habe :D

Ich habe mir zu Hause einen Yogaplatz zum Praktizieren der Asanas, für Pranayama (Atemübungen) und Meditation eingerichtet und mich fast täglich auf die Matte geschwungen. Außerdem habe ich versucht die verschiedenen Arten des Yoga ganz bewusst in meinen Alltag mit einfließen zu lassen - habe viel gelesen und gelernt und mich ganz fein um mich selbst gekümmert - so kam es dann auch zu meiner Social Media Pause, die ich den ganzen Sommer über noch weiter genossen habe. Ich hab sogar versucht keinen Kaffee mehr zu trinken - und alle, die mich gut kennen wissen ganz genau, Pia ohne Kaffee passt irgendwie nicht - so war es dann auch, das hab ich nämlich einfach nicht lange ausgehalten ;)


Ob sich durch mein Home-Retreat etwas verändert hat?


Oh ja. Ich habe ganz viel Bewusstsein in meinen Alltag integrieren können und lebe damit bis heute, mal mehr und mal weniger. Es sind kleine Gewohnheiten, die meinen Alltag positiv verändert haben, wie zum Beispiel dieses warme Glas Wasser am Morgen nach dem Aufstehen, das bewusste Zähneputzen oder eine Dankbarkeitsübung am Morgen oder Abend. -

Probier das doch mal aus, du wirst mit einem ganz anderen Gefühl in den Tag starten.


Nimmst du von deiner Yoga-Reise etwas mit?


Ja auf jeden Fall. Ich habe diese Ausbildung mit der Intention begonnen Mal etwas ganz für mich persönlich zu machen - etwas das mir gut tut und durch das ich mich persönlich und spirituell weiterentwickeln kann. Die spirituelle Weiterentwicklung ist auch das, was ich am meisten von meiner Yoga-Reise mitnehme - Dankbarkeit dafür das Leben erleben und erfahren zu können ist etwas sehr Bereicherndes und wirft ein ganz neues Licht auf viele Fasetten in meinem Leben. Ich glaube, dass ich auch meine Fähigkeit der Selbstreflexion ausgebaut habe, die ich so viel in meinem Beruf als Hebamme anwende, sehr selten aber ganz auf mich selbst und meine Lebensart bezogen habe - das hat sich auf jeden Fall verändert.

Ich habe auch viel für euch tollen Frauen, Paare und Familien da draußen mitnehmen können - habe schon unglaublich viel mit Meditationen, Bildern und Atmung in der Geburtsbegleitung gearbeitet und werde das auf jeden Fall beibehalten. Egal ob es eine Meditation für Chakren war, während einer Geburtseinleitung - ein schönes spirituelles Bild, das ich einer Frau in der Badewanne beschrieben habe oder eine Atemtechnik, die einer Frau geholfen hat sich zu entspannen - es hat so, so gut funktioniert. Und das Schönste daran: es hat mir immer selbst auch gut getan.


Wie bist du eigentlich dazu gekommen? Machst du Yoga schon lange?


Yoga und Ayurveda ist etwas, das mich schon sehr, sehr lange interessiert - ähnlich wie in der Traditionellen Chinesischen Medizin gefällt mir nämlich der Ansatz eines gesunden Lebensweges, um Krankheiten und Probleme im Leben vorzubeugen.

Wir im Westen haben meistens gelernt uns erst dann um uns zu kümmern, wenn es eigentlich schon zu spät ist und zwar wenn wir körperliche oder mentale Beschwerden haben.


So habe ich das Yoga leben und lieben gelernt und habe mir vor Jahren schon das Ziel gesetzt diese Ausbildung für mich zu machen.


Was ist Yoga für dich?


Yoga ist für mich eine Lebensform, die ganz umfassend darauf eingeht das Leben und den eigenen Körper als etwas unendlich Wertvolles zu sehen, das gehegt und gepflegt werden soll, um es richtig genießen zu können und etwas Gutes auf der Welt zu bewirken.


Yoga verbindet mich mit mir selbst.

Yoga ist Leben.


Bild: www.nmuserphotography.com


Atme ein.

Atme aus.

Komm bei dir an.

Lass sie vorüberziehn,

deine Gedanken

kommen und gehn.


Atme ein.

Atme aus.

Komm bei dir an.

Spannung, die den Tag einnimmt

Lass sie los

ganz bestimmt


Atme ein.

Atme aus.

Komm bei dir an.

Spür in dich hinein

Liebe und Geborgenheit

Du in deinem Herz daheim


Atme ein.

Atme aus.

Komm bei dir an.

Und irgendwann vielleicht

Ruhst du in dir

und hast dich selbst erreicht.


#hebammepia